Flugübungen

Wer früher das fliegen einer Drohne erlernen und beherrschen wollte, musste einiges an Geduld und eine schier nicht enden wollende Anzahl an Flugstunden investieren. Heutzutage sind moderne Drohnen vollgestopft mit Sicherheits- und Assistenzsystemen, welche die Arbeit des Piloten deutlich erleichtern. Diese ermöglichen es auch ungeübten oder wenig erfahrenen Piloten den Copter sicher und zielgerecht zu steuern. Allerdings nur, solange auch alle Systeme einwandfrei funktionieren.

 

Als Vorbereitung auf diverse Notsituationen ist es dennoch unumgänglich, sich etwas genauer mit dem Flugsystem auseinander zu setzen und vor allem den Flug ohne, beziehungsweise mit so wenig aktiven Assistenzsystemen wie möglich zu erlernen. Die Schwierigkeit besteht vor allem darin, die Orientierung im dreidimensionalen Raum zu behalten. Denn für den ungeübten Piloten kann eine „inverse Nase“ (der Copter zeigt dabei mit der Nase zum Piloten - auf der Roll-Achse beispielsweise bedeutet „links“ dann „rechts“ und umgekehrt!), vollkommen ohne jegliche Unterstützung, zu einer unbedachten Panikreaktion und damit zum Crash führen. Die durchaus wichtigen „Atti-Flüge“ sind daher mit bedacht auszuführen und am besten über einem sicheren und weitläufigen Gelände, ohne nennenswerten Zuschauerverkehr (z.B. über einem großen Feld). Denn Stresssituationen sind dabei die auch gleich die größte Ursache für Abstürze nach einer Notsituation. 

 

 


 

Um einigermaßen die Orientierung im dreidimensionalen Raum behalten zu können sollten folgende Übungen regelmäßig wiederholt werden:

 

Quadrat:

Der Pilot wählt sich eine gewünschte Höhe (z.B. 8 Meter) und versucht anschließend ein möglichst genaues Quadrat abzufliegen. Die Größe spielt dabei eigentlich keine Rolle, jedoch machen weitere Stecken die Übung deutlich effektiver. An den Ecken wird die Drohne gestoppt und jeweils um 90° „gegiert“. Was sich erstmal einfach anhört wird bei etwas Wind durchaus zu einer Herausforderung, wenn die Drohne nicht mehr selbst gegensteuert und anfängt zu driften. Des Weiteren wird mit dieser Übung die Fähigkeit trainiert die korrekte Fluglage, auch in größerer Entfernung, richtig einzuschätzen.

 

Nasenflug:

Die Drohne wird in eine Höhe von ca. 2,5 Metern gebracht. Die Nase zeigt auf den Piloten. Danach steuert der Pilot langsam und gleichmäßig im- oder gegen den Uhrzeigersinn um sich herum. Die Nase bleibt dabei immer auf den Piloten gerichtet. 

 

Marschflug (Rückwärts):

Ähnlich dem Nasenflug wird hier ebenfalls in eine Höhe von ca. 2,5 Metern gebracht. Die Nase zeigt auf den Piloten. Die Drohne wird rückwärts geflogen und der Pilot bewegt sich in diesem Fall mit der Drohne mit. Dies Bedeutet für den Piloten eine enorme kognitive Anstrengung, da eine maximale Anzahl von Abläufen gleichzeitig übernommen werden müssen (Vorwärtsbewegung, wahrnehmen der Umgebung, steuern der Drohne, umdenken weil Rückwärtsflug, …).

 

Acht:

Der Pilot wählt sich eine gewünschte Höhe und versucht anschließend eine möglichst genaue Acht abzufliegen. Die Nase sollte dabei immer in Flugrichtung zeigen.