Lufträume

Die Luftraumklassifizierung und -Struktur ist die zentralen Themen im Luftrecht. Wer die Regeln der Luftraumnutzung nicht beherrscht oder sie verletzt, gefährdet den Luftverkehr in der gleichen Weise, wie ein Geisterfahrer den Straßenverkehr. Die genaue Kenntnis ist daher von elementarer Bedeutung. 

 

Prinzipiell wird zwischen kontrollierten und unkontrollierten Bereich unterschieden. Wobei der kontrollierte Bereich kontinuierlich mittels Radar überwacht werden kann. Der unkontrollierte Bereich hingegen nicht. Der Betrieb eines Flugmodells, oder unbemannten Luftfahrt-Systems ist nur im unkontrollierten Bereich erlaubt. Die geografische Aufteilung der Lufträume und damit auch die Höhenabgrenzungen der Lufträume untereinander sind in der so genannten ICAO Karte festgesetzt. Diese wird auch von der Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS) verwendet. Die Einteilung Erfolg in A, B, C, C/D, D, E(D-R), F(HX) und G.

 

 

  • A und B: sind in Deutschland nicht existent und daher auch nicht von Bedeutung.
  • C: kontrollierter Luftraum, beginnt ab einer Höhe von ca. 3000m über NN (100 FL), bzw. 130 FL in Alpennähe. Flugraum der meisten Passagiermaschinen. 
  • C/D: kontrollierter Luftraum, stufenweiser Übergang von C zu D
  • D: kontrollierter Luftraum, Anflugzone von Flughäfen, 1,5 km um das Flughafengelände herum, ständiger Funkkontakt zum Tower
  • E: kontrollierter und unkontrollierter Luftraum, Nahverkehrszone, beginnt ab 3500 ft AGL
  • ED-R: Sonderzone, D=Dangerous, R-Restricted, militärischer Sicherheitsbereich.
  • F: temporäre Lufträume, welche bei Bedarf freigegeben werden
  • G: unkontrollierter Luftraum, beginnt ab Grund (GND) und ist in der Höhe auf 2500ft (762 Meter) begrenzt. Allerdings kann die Höhe auch auf 1700ft (518 Meter) oder 1000ft (304,8 Meter) schrittweise herabgesetzt sein (z.B. in der Nähe von Flughäfen)

 

 

Luftraum-G ist also der einzige in dem ein Copter erstmal betrieben werden darf. Allerdings benötigt man zum Start die Einverständnis vom Grundstückseigentümer, auf dessen Grundstück man sich befindet. Der Flugbetrieb darf weiterhin nur in direkter Sichtweite des Steuerers stattfinden. Also soweit, wie man die Lage/Position des Copters noch einwandfrei bestimmen kann. Ferngläser, On-Board Kameras, Nachtsichtgeräte oder ähnliche technische Hilfsmittel fallen nicht unter den Begriff der direkten Sichtweite. FPV-Flüge (First-Person-View) sind dementsprechend  nur möglich, wenn eine zweite Person als „Spotter“ fungiert, den Copter kontinuierlich in Sichtweite hält und notfalls eingreifen kann.

Bemanntem Flugverkehr ist stets auszuweichen. Kleinflugzeuge können sich beispielsweise ebenfalls in Luftraum-G aufhalten, da diese bis zu einer Tiefe (Mindesthöhe) von 600ft (182,88 Meter) fliegen dürfen. Hubschrauber von Polizei und Rettungsdienst befinden sich sogar oft noch weit unter dieser Mindesthöhe!

Über Menschenmengen, militärischen Objekten, Kraftwerken und Krankenhäusern darf grundsätzlich nicht geflogen werden. Gerät ein Flugmodell oder ein unbemanntes Luftfahrzeug außer Kontrolle, ist dies unverzüglich der Flugsicherung zu melden. Autonomes, bzw. „Waypoint“ fliegen ist prinzipiell möglich. Allerdings nur auf Sichtweite und so, dass der Steuerer jederzeit und in Echtzeit manuell eingreifen kann.